MarsOne Kandidat: Fragen und Antworten

Vor ein paar Wochen hatte mich Alejandra Miranda Janus vor allem ueber die inneren Beweggruende befragt, um herauszufinden wie man auf die seltsame Idee kommen kann, der Erde den Ruecken zu kehren. Hier das (schriftliche) Interview.

Wie zum teufel kommt man auf die Idee in den Mars ziehen zu wollen ?

Wenn einem die Erde und das Leben darauf langweilig ist :-) Ich hatte bereits als kleiner Junge eine liebe fuer Astronomie entwickelt und habe Stunden lang in Astronomie-Buechern verbracht (ich war etwa 8 Jahre alt). Die zwei alten TV shows “UFO“, “Captain Future” und “Raumschiff Enterprise” waren dann nur noch Wasser auf meine Muehlen. Die Idee, niemals die bereits erforschte Erde verlassen zu koennen, sozusagen “stecken zu bleiben” und nie fremde neue Welten erforschen und entdecken zu koennen, hat mich sehr zu schaffen gemacht. Soweit ich zurueckdenken kann, wollte ich immer nur “weg”. Aber in einem positiven Sinn. Ich kann mich erinnern zur Musik von “Jean Michelle Jarre” (Oxygen: https://www.youtube.com/watch?v=TlBIQqIPaGg) Stunden verbracht zu haben in denen ich in meinem Kopf Raumschiffe ausgemalt habe, mir versucht habe alles bildhaft vorzustellen, wie es denn waere sein eigenes Schiff zu kommandieren, Sternennebel zu durchfliegen, auf exotischen Jungelplaneten zu landen, die von keinem Menschen zuvor beruehrt worden sind…Vor ein paar Monaten habe ich meine Gedanken zu meinem Werdegang in dieser Hinsicht in einem Blog Artikel zusammengefasst, und versucht herauszufinden, inwiefern meine persoenliche Lebensgeschichte mit der Entscheidung bei MarsOne teilzunehmen zusammenhaengt:

http://lennart-lopin.de/my-personal-motivation-as-applicant-for-marsones-mars-colonization-program

Wie hast du von Mars One erfahren?

Ich bin eigentlich staendig in die “space community” online eingeklinkt und verfolge alles was ich finden kann. Das geht heutzutage ja mit twitter/reddit/facebook recht einfach. 2013 wurde ich auf MarsOne’s website aufmerksam und hab mich gleich beim ersten Besuch in ihren newsletter per email eingetragen. Als dann der Aufruf kam, dass sie Kandidaten suchen hab ich mich sofort gemeldet. Ich musste (konnte?) nicht einmal rational drueber nachdenken. Da waren keine Gedanken von der Art “Ja, aber…”. oder “Was ist, wenn was schiefgeht” “was werden andere denken, wenn ich das mache”. Es war mehr ein Gefuehl von “Endlich!!” oder “Was fuer eine Chance!” oder “Da muss ich mitmachen, allein schon um mit meiner Stimme dem Project etwas mehr Gewicht zu verleihen – und wenn das auch nicht viel ist, die muessen es einfach schaffen!” usw.

 Wenn es zB. ein Kindheitstraum ist, wie hat es angefangen bzw. erzähl mir wirklich ganz genau was du fühlst und empfindest, wenn du an den Mars denkst…und die Geschichte dahinter.

Siehe oben erwaehnten Blogeintrag. Um etwas daran anzuknuepfen: Mein Vater ist Elektronik Ingenieur und hatte meinen Weltraumbegeisterung eigentlich immer unterstuetzt. Aber diese Sehnsucht nach einem Leben ausserhalb der Erde ist eigentlich nicht wirklich etwas, dass meine Eltern verstehen. Sie dachten nur “Hmm, interessiert sich fuer Wissenschaft, wird ihm in der Schule helfen”. Fuer mich persoenlich waren es eher Gedanken wie “warum kann ich nicht in der Zukunft aufwachsen, wo die Galaxie bereits besiedelt ist?” “Warum gibt NASA auf, nach der Challenger Katastrophe?” “Warum haben wir noch keine Mondbasis?”, “Was heisst hier ‘Mars in 30 Jahren’, das dauert zu lange”…Was den technischen Fortschritt anbelangt, bin ich ungeduldig :-)

 

Wie hat dein Umfeld reagiert??

Zwei Reaktionen: Da ich in den USA lebe, kann ich vor allem von den hiesigen Reaktionen sprechen. Die Menschen sind im allgemeinen verhaeltnismaessig fortschrittsglaeubiger und technologiebegeisterter als in Europa. Waehrend meine Familie im weiteren das ganze als “Schnappsidee” abtat und sich wenig dafuer interessierte, war ich persoenlich begeistert. Das erste Mal, dass ich bemerkte, dass jemand anders diese Begeisterung teilt war auf einer Technologiekonferenz, hier in den USA, auf der ich ein MarsOne T-Shirt trug. Es war ein sehr unauffaelliges, hatte nur das kleine MarsOne Emblem. Beim Wandern durch die Konferenz kam ich einem Duo entgegen, zwei junge Burschen. Ploetzlich leuchteten dem einen die Augen auf. Das war lustig! Er kam mit glaesernem Ausdruck auf mich zu und sagte: “Bist du etwa bei dem MarsOne Projekt dabei?” Ich bejahte und er schuettelte mir die Hand und bekraeftigte mehrmals fuer was fuer eine tolle Idee er das hielt und wuenschte mir viel Glueck. Das passierte noch einige Male auf der Konferenz, was witzig war – es war erst ein paar Monate nachdem das MarsOne Projekt gestartet war. Ich war ueberrascht, dass so viele Leute a.) MarsOne verfolgten und b.) eine Kolonie auf dem Mars unbedingt Wirklichkeit werden lassen wollten. Alles sehr positive Stimmen. Nur online, in Foren, flogen die Fetzen und MarsOne wurde als “scam” beschimpft und die Kandidaten als “leichtglaeubig” und “Spinner” verunglimpft  – Ich glaube es gibt da einigen Frust, gerade in dem Spannungsfeld zwischen effizienterer, idealistischer neu-privater Raumfahrtindustrie wie spacex (an die MarsOne als Privatunternehmen anknuepfen moechte) mit hochfliegenden Plaenen und typischer “roll-up the sleeve” und “can-do” Mentalitaet versus den schwerfaelligen altehrwuerdigen staatsnahen Betrieben/Behoerden die Bezweifeln, dass es jemand guenstiger und schneller hinkriegen koennte.

Deine Eltern ???!!!!

…waren nicht sehr angetan. Aber ich hatte nichts anderes erwartet :-)

Deine Freunde….

Verwunderung, viele Fragen, bis hin zu Begeisterung.

Du bist ja Familienvater .. wie kann MarsOne damit kompatible sein ?

Das Training dauert neun Jahre. Meine drei aeltesten werden dann schon (fast) Erwachsene sein, in einem Alter wo sie (hoffentlich, wenn ich sie richtig erziehe) sehr selbststaendig sind. Unsere ganze Familie ist ziemlich Raumfahrtbegeistert – also sind meine Kinder meine groessten Fans. Ich hoffe ja, dass MarsOne und aehnliche Projekte unsere Zukunft der gesamten Menschheit, also auch meiner Kinder, positiv beeinflussen. Vaeter haben immer schon fuer die Zukunft ihrer Kinder einen Menge auf’s Spiel gesetzt. Ich bin felsenfest davon ueberzeugt, dass wenn uns der Technologiezugewinn einer Marserforschung und Kolonisierung gelingt, auch bald darauf das Anzapfen der enormen Energie und Rohstoffmengen des Sonnensystems (Asteroid Mining, zum Beispiel) gelingen wird. DAS wir mehr zur positiven Zukunft meiner Kinder beitragen, als irgendetwas anderes, dass ich haette machen koennen. Mir ist klar, dass das eine Betrachtung in groesseren Zusammenhaengen nahelegt, aber als Idealist macht das fuer mich persoenlich am ehesten Sinn.

Wir wurden neulich auch von einem lokalen Reporter, Evan Williams, interviewt. Das gibt einen schoenen Einblick in meine Familie (und Familiendynamik :-) und ihre Stellung zu MarsOne:

http://lennart-lopin.de/mars-and-earth-may-be-worlds-apart-but-our-time-to-travel-there-is-getting-near

Da sind doch bestimmt ganz verschiedene Meinungen dazu, wie gehst du mit den negativen um, du  wirst doch bestimmt viel kritisiert .

Tja…bisher habe (ausser online) noch keine wirklichen negativen Meinungen persoenlich gehoert. In dem Umfeld in dem ich mich bewege, gibt es grundsaetzlich Zustimmung und Interesse am Plan. Natuerlich wissen viele, dass die Kosten die Archillesferse des Projekte sind, aber zumindest finden die meisten mit denen ich mich darueber unterhalte die Grundidee fantastisch :-)

Die meisten negativen Kommentare enstehen meistens, wenn gerade diese groessere menschliche / zivilisatorische Perspektive nicht in Betracht genommen wird. Natuerlich kann man mit seinem Leben auf der Erde auch jede Menge gute Sachen anstellen, aber wenn man in etwas “astronomischeren” Weiten nachdenkt, dann waere es sicher hilfreich fuer die Menschheit ein zweites Standbein aufzubauen. Ob das nun mit MarsOne gelingt oder nicht ist da schon fast zweitranging. Im Sinne von: Man kann nichts erreichen, dass man nicht wenigstens versucht.

Man braucht viel Überzeugung und Charakter um drüber zu stehen, aber gibt es auch Augenblicke wo du zweifelst? Was sind das für Gedanken? Welche ängste hast du und wie überwindest du sie?

Dasselbe, was einem durch den Kopf geht, wenn man alles zurueckgelassen hat und sich als Moench im Dschungel von Sri Lanka wiederfindet :-) Man braucht schon ein positives Gegengewicht/Motivation und es hilft einem sich daran zu gewoehnen, dass man ein sehr gefaehrliches Leben fuerhen wird, wo der Tod weit naeher ist, als auf der Erde. An den Gedanken sollte man sich schon sehr frueh gewoehnen.

Was ist dein schönster Gedanke zum Mars?

Erforschung! Rauf auf den hoechsten Berg des Sonnensystems! Runter in die tiefste Schlucht des Sonnensystems! Unterirdisch durch alte Lavakanaele wandern, neue Kolonien errichten! Unsere gesamte industrielle Zivilisation nachbilden, von Grund auf. Eventuell mikroskopisches Leben entdecken… Das ist alles so faszinierend und fantastisch.

Hast du schon vom Mars geträumt ? 

Ja. Ich hatte einen sehr realistischen Traum. Der beschaeftigte mich dann noch einige Zeit. Ich habe normalerweise einen tiefen Schlaf und wach wohl eher zwischen meinen REM Phasen auf, erinnere mich also nicht oft an meine Traeume. Dieser jedoch war super realistisch. Ich war auf dem Mars, in meinem Anzug. Ich fuehlte den Anzug und das eigentuemliche Gefuehl, dass du auch beim Tauchen hast, wenn du durch ein Geraet atmest und dein ganzen Leben davon abhaengt. Meine Sicht war durch den Helm etwas eingeschraenkt, aber ich stand auf dem sandigen Boden, kleine Felsen weit und breit. Es war noch jemand anders da, in einiger Entfernung. Hinter mir befand sich die Schleuse zur Basis. Die Luft war diesig und der Horizont sah seltsam aus. Aber ich fuehlte mich gluecklich, die bizarre Landschaft betrachtend.

Erzähl mal, was denkt deine Frau darüber ? -

Ich habe wohl sehr gut gewaehlt :-) Gerade weil sie mich so gut kennt, und weiss wie ich ticke, ist ihr klar, dass dies ein Lebenstraum von mir darstellt. Wir betrachten uns gegenseitig als beste Freunde und in der Hinsicht ist sie stolz und freut sich fuer mich. Auf der anderen Seite, ist uns beiden klar, dass es sehr viele anderen exzellente Kandidaten gibt und die Chance, dass ich in der Gruppe der 24 lande nicht einfach. Von daher beeintraechtigt MarsOne (noch nicht allzusehr) unser Leben.

Wie gehst du mit dem Thema Beziehungen um? Das ist doch bestimmt nicht leicht!

Von einer hoeheren Warte aus gesehen, ist die Besiedlung des Mars ist wichtiger. Das ist ein rationaler Schluss, wenn man sich die Position der Menscheit im Weltall auch nur kurz durchdenkt. Darueber hinaus aber wird es ja weiterhin Kontakt via Internet geben. Also werde ich nie ganz “weg” sein (ganz im Gegensatz zu Auswanderern nach Amerika noch vor 120 Jahren, von denen die Verwandten kaum, oder falls ueberhaupt nur schriftlich ab und an gehoert haben). Meine Frau und ich haben vor 7 Jahren Europa verlassen und viele unserer persoenlichen Kontakte sind “internet-basiert” und “zeitzonenversetzt”, dass schliesst auch viele meiner Freunde in Oesterreich und Sri Lanka ein. Ausserdem hatte ich Gelegenheit einige der zukuenftigen MarsOne Co-Kandidaten in Texas letztes Jahr kennenzulernen – dass sind schon sehr, sehr interessante Menschen, mit denen ich mir gut vorstellen kann, mich jahrelang auzutauschen – oder Schach zu spielen :-)

Wie schaut dein Leben aus, wenn es mit MarsOne nicht funktioniert, erzähl, was macht du beruflich?

Da gab es schon immer einen Generalstabsplan :-) Ich bin Softwareentwickler und CTO eines kleinen Startups hier in Florida. Wir schreiben Software fuer verschiedene Bereiche – das faengt von online Buchklubs an und hoert bei “cutting edge” research im Bereich von AI und Cryptocurrencies auf. Da ist noch sehr viel Raum fuer persoenliche Entfaltung :-)

Wie stellst du dir dein Leben auf den Mars vor?

Hart. Aufregend. Arbeitsreich. Ich denke, dass sobald wir eine Routine errichtet haben (die Kontrolle der Lebenerhaltungssystem ist natuerlich das Wichtigste, neben der Lebensmittelgewinnung (Pflanzen, Algen, Pilze, etc.) wird der naechste Schritt daraus bestehen, dass wir darangehen die Station auszubauen, mehr Rohstoffe gewinnen. Es gibt ein wunderbares Buch dazu, dass ich nur allerwaermstens empfehlen kann: “A Case for Mars” von Dr. Robert Zubrin. Da sind diese Schritte lueckenlos ausgefuehrt und mit vielen grundsaetzlichen Loesungsvorschlaegen versehen. In einer gewissen Art und Weise wird es dem amerikanischen Pionierwesen entsprechen, nur eine hochtechnische moderne Variante desselben. Auf jeden Fall denke ich, dass wir uns definitiv nicht einfach in der Basis verschanzen werden, sondern (zumindest wenn es nach mir geht) das Projekt als Schluessel zur Erschliessung des Mars als neuen Lebensraum ansehen. Bauen, erforschen, entwickeln, lernen…Tag und Nacht. Natuerlich sind wir durch’s Internet (selbst wenn es zeitversetzt ist) nicht von der Erde “abgeschnitten”. “Nur” technische Komponenten die wir nicht selbst herstellen koennen (und das wird fuer lange Zeit besonders Elektronik und Mikroprozessoren sein) werden die “Nadeloehre” fuer eine Ausbreitung auf dem Mars. Es gibt in dieser Hinsicht auch ein interessantes Projekt, dass ich sehr gespannt verfolge: http://opensourceecology.org/ und eine Mars Variante: http://marstrac.com/

Was überzeugt dich so sehr in den Mars zu gehen und alles hinter dich zu lassen, was du liebst? Und dein Leben aufs Spiel zu setzen.

Letzten April war ich in NY eingeladen auf einer Konferenz ueber Cryptocurrencies und die Zukunft von Geld auf dem Mars zu sprechen. Dazu gibt es dieses Video, dass zur Motivationsfrage einiges beantwortet, dass mich persoenlich bewegt:


Zu diesen Fragen sind heute noch ein paar weitere gestossen:

Zunächst einmal würde mich sehr interessieren , was Sie sich persönlich von dieser Mission erhoffen. -

Ich glaube, ganz ehrlich, dass ich zu jener seltsamen Gattung Mensch gehoere die zuallerst Idealist ist. Ich habe mich seit Kindheitstagen mit Astronomie beschaeftigt, und der Gedanke, dass unsere gesamte Zivilisation, die ich sehr schaetze, auf einem kleinen Erdball hilflos im Weltall umhertanzt, zwingt mich ins Lager derjenigen, die fuer eine rasche Ausbreitung der Menscheit ins Sonnensystem pochen. “Don’t put all your eggs in one basket”, wie man in Amerika zu sagen pflegt :-) Das ist also kein direktes egoistisches Motif, fuer einen Idealisten aber dann wohl doch wieder schon ;-) Auf der anderen Seite denke ich, dass ich meinen Kindern kein groesseres Geschenk hinterlassen, und kein besseres Vorbild liefern koennte, als eben dieses.

 

Wann ist diese Mission aus ihrer Sicht erfolgreich ? Unser Vortrag wird davon handeln, welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf dem Weg zum Mars auftreten können und wie man diese verhindern kann. – 

 

Es gibt da zwei wundervolle Buecher, die ich Ihnen waermstens empfehle:

http://www.amazon.com/Martian-Outpost-Challenges-Establishing-Exploration/dp/038798190X

http://www.amazon.com/Case-Mars-Plan-Settle-Planet/dp/145160811X

Beide Texte behandeln ausfuehrlich die gesundheitlichen Aspekte einer Mars Mission (der erste der beiden links noch ausfuehrlicher und technischer).

Ein Punkt sind zum Beispiel Blinddarm-Probleme, eine Sepsis waere tragisch…da OP Einrichtungen fehlen, sollte man wahrscheinlich den Blinddarm bei allen Astronauten entfernen. Auch Nierensteine koennten problematisch werden, wenn der Koerper den Knochen abbaut waehrend der 6-7 Monate langen Reise und es bei der Ausscheidung zu Komplikationen kommt. Allerdings gibt es da pharmazeutische Moeglichkeiten.

Die Mission ist fuer mich erfolgreich, wenn es uns gelingt der Menschheit einen Brueckenkopf auf dem Mars zu schlagen und eine wachsende Kolonie erschaffen. Unsere Kinder/Jugend werden dann sagen: “Was haelt uns denn jetzt noch auf den Rest des Sonnensystems zu erschliessen und erforschen?” Der positive Effekt, den solch ein positiver Zukunftsoptimismus auf Gesellschaft, Technologie, Wissenschaft ausueben wird, glaube ich, kann man sich gar nicht ausmalen.

 

Inwieweit wurden Sie über gesundheitliche Beeinträchtigungen während der Reise zum Mars informiert ? ( Hervorgerufen durch verschiedene Strahlungen im Weltraum, Schwerelosigkeit, psychische Schwierigkeiten… ) ? 

Als Bestandteil unseres letzten Interviews haben wir alle ungefaehr 60-80 Seiten Missionsdokumente studieren muessen. Darin wurden die gesundheitsprobleme natuerlich auch ausfuehrlich besprochen. Soweit ich weiss, haben sich aber die meisten Co-candidates auch darueber hinaus seit nunmehr fast 15 Monaten schlau gemacht. Gerade die gruppenspezifischen Facebook Seiten und Foren enthalten mittlerweile sehr interessante, detailliert technische und medizinsche Eintraege, die zusammengetragen und durchdiskutiert wurden. Und das ist bisher sicher alles nur ein Anfang. Persoenlich denke ich, dass alleine schon die Synergie die durch das Unternehmen MarsOne erzeugt wurde, ein ausserordentlich positiver Erfolg des Projektes ist: viele Menschen, die von einer Besiedlung des Sonnensystems/Mars getraeumt hatten, aber keinen ernsthaften Rahmen besassen, koennen sich nun Austauschen und verschiedene Ideen vorschlagen, die dann weltweit von Mitinteressenten intensiv diskutiert werden.

 

-Wissen Sie ob die Astronauten während des Fluges ein Training ableisten werden oder wie man den gesundheitlichen Beeinträchtigungen begegnen möchte ? 

Ja, das ist laut Unterlagen vorgesehen. Allerdings, persoenlich, faende ich den Vorschlag von Dr. Zubrin, die Raumkapsel in eine Drehung zu versetzen und damit leichte kuenstliche Schwerkraft zu erzeugen wesentlich besser. Leider gab es diesbezueglich noch kein einziges Experiment auf der ISS – das kann sich aber in den naechsten 10 Jahren noch aendern. Sollte es dazu kommen, waere eines der groessten Probleme (neben der Strahlung) ueberwunden. Der Flug dauert ja immerhin nur 6/7 Monate.

 

-Werden die Astronauten schon vor dem Flug körperlich/ psychisch vorbereitet ? Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen . 

Davon bin ich fest ueberzeugt – Dr. Norbert Kraft, als leitender Mediziner von MarsOne hat ja jahrelange Erfahrung in genau diesem Bereich. Laut Dr. Kraft werden wir “froh sein”, wenn wir mit dem Training fertig sind – auf dem Mars soll es uns dann einfacher fallen als waehrend seinem Training. Viele der Kandidaten die ich kennengelernt habe bereiten sich allerdings schon jetzt physisch und mental vor.

MarsOne Round 3 & 4: Final Selection Process:

Uncategorized. URL.